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HENRY WANYOIKE – MARATHONLÄUFER

Henry Wanyoike wurde 1974 in Kikuyu geboren. Der Vater starb, als Henry noch klein war. Als der Erstgeborene von zwei Geschwistern, ist Henry für seine Mutter und seine Schwester verantwortlich und versucht die Familie durch die Übernahme kleiner Tätigkeiten bei den Nachbarn zu unterstützen. Sportlich fällt Henry Wanyoike nur vereinzelt auf, er gehört bei den Wettkämpfen in der Schule zu den Schnellsten, wird jedoch nicht als Talent entdeckt und gefördert. Er lebt mit seiner Familie am Rande der Slums nahe der Kleinstadt Kikuyu und beginnt 1994 nach der Schule mit einer Ausbildung zum Schuhmacher.

Am Morgen des 1. Mai 1995 erwacht Henry Wanyoike und kann nicht mehr sehen. Er war in Folge eines leichten Schlaganfalls über Nacht erblindet.

Der einst so positiv denkende und engagierte junge Mann verliert mit seinem Augenlicht auch seinen Lebensmut. Seine Depressionen werden so mächtig, dass sein Körper aufgibt. Wanyoikes Beine versagen und sein Kiefer fällt in eine Starre. Er wird von seiner Mutter und engen Freunden mit Haferbrei zwangsernährt, lebt lange ziel- und mutlos weiter. Das Blatt wendet sich, als Henry 1997 erfährt, dass im Hospital Kikuyus eine Augenklinik eröffnet wurde, finanziert und geleitet von der deutschen Christoffel Blindenmission.

Henry stellt sich den Therapeutinnen Petra Verweyen und Regina Kavata Kitau vor. Sie erleben Henry als jungen Mann, der zwischen vorgespieltem Lebensmut und Verzweiflung wechselt. Eines Tages erzählt Henry seinen neuen Vertrauten von seinem heimlichen Lebenstraum: Läufer wolle er werden, Weltrekordler, Goldmedaillengewinner... Petra Verweyen schreibt in ihr Therapietagebuch: „Henry ist ein lieber Kerl, aber er spinnt.“

Zwei Jahre später nimmt Wanyoike in Nairobi als Ersatzläufer an dem Qualifikationslauf für die Paralympics 2000 in Sydney teil. Er läuft – in abgeschnittenen Hosen, einem zum Trikot umgewandelten T-Shirt, ohne Schuhe – und gewinnt. In Sydney erreicht Henry mit seinem damaligen Begleitläufer das Finale des 5000 Meter Laufs. Dieser Endlauf geht in die Geschichtsbücher des Sports ein. Der quasi unbekannte Kenianer überrundet das gesamte Läuferfeld zweimal, als sein Guide immer langsamer wird und Henry mitteilt, dass er am Ende seiner Kräfte sei. Der Guide hatte verschwiegen, dass er an Malaria erkrankt ist. Doch Henry Wanyoike zieht seinen erschöpften Begleiter unter den anfeuernden Rufen der Zuschauer über die Ziellinie. Dennoch ist Henrys Sieg noch nicht perfekt: das Komitee weigert sich, seinen Sieg anzuerkennen. Angesichts seiner Leistung bezweifelt man seine Erblindung. Erst nach tagelangen quälenden Untersuchungen wird bestätigt: Henry ist blind und Sieger des 5000 Meter Laufs.

„From Zero to Hero“, so fasst Arnold Schwarzenegger die sagenhafte Geschichte des blinden Marathonläufers aus Kenia zusammen.

Seit seinem historischen Goldmedaillensieg in Australien nutzt Wanyoike seine Bekanntheit für seine Ideale. Mit der Unterstützung von Sponsoren und seinem Freund und heutigem Guide Joseph Kibunya nimmt Henry an Marathonläufen in der ganzen Welt teil und sammelt Geld für seine Projekte. Für deren Umsetzung hat er die „Henry Wanyoike Foundation“ ins Leben gerufen. Darüber finanziert er Augenoperationen für Kinder, hat eine Grundschule für Kinder mit Behinderung nahe eines Slums gegründet („The School of Hope“) und hat mit Boris Becker die Anschaffung von Kühen für arme Familien in den Slums organisiert. Weiterhin unterstützt er die Wiederaufforstung gerodeter Wälder in Kenia und gründete eine kleine Näherei in Kikuyu, in der er jungen Menschen eine Berufsausbildung ermöglicht. Jedes Jahr im Juni organisiert er mit seinem Team den Wohltätigkeitsvolkslauf „Run for hope for a better future“, und baut derzeit ein internationales Sportcamp für Kinder und Jugendliche auf.

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HINWEIS ZUM FILM:
GOLD - DU KANNST MEHR ALS DU DENKST ist vollständig Deutsch untertitelt,
sodass auch Menschen mit einer Einschränkung des Gehörs den Film verstehen können